Altersvorsorge

Eine gute Altersvorsorge besteht darin, zu einem avisierten Zeitpunkt des Eintritts in den Ruhestand einen zu definierenden Lebensstandard halten zu können!

Das kann in vielerlei Facetten betrachtet werden:

  1. Kaufkraft
  2. Nahrungsangebot
  3. Wohnstandard
  4. Familienumfeld und Freunde
  5. Umweltbedingungen

Die Kaufkraft

ist leicht zu berechnen, wenn man die Inflationsraten der zig Folgejahre bis zum Zeitpunkt X kennt und man davon ausgeht, dass die gewählte Form der Rücklage und Vermögensbildung dann allseits akzeptiert wird. Wie ist das gemeint?

Sie sparen heute fleißig, indem Sie Ihre Überschüsse in solide verzinsten Rentenpapieren des Deutschen Staates anlegen. In fünfzehn Jahren aber -was Sie nicht ahnen- entschließt sich der völlig überschuldete Fiskus, einen sogenannten Haircut der Schulden durchzuführen, was nichts anderes als eine Währungsreform bedeutet, bei der alle Barvermögen und bargeldähnliche Werte eingedampft werden. Damit sind Ihre Sparguthaben, Ihre Festgeldbestände, Ihre Scheine unter dem Kopfkissen, Ihre „normalen“ Kapitallebensversicherungen (im Vergleich zu fondsgebundenen), das Sparschwein Ihrer Enkel und natürlich alle Zertifikate und Rentenpapiere auf Basis der aktuellen Währung vernichtet! Das hat Ihnen Ihr Bankster nicht gesagt, oder?

Darüber hinaus wollen wir uns einmal die Inflation vor Augen führen. Inflation bedeutet Geldentwertung, was seinen Ursprung in der Ausweitung der Geldmenge (also des Bestandes an Geld in einer Volkswirtschaft) im Verhältnis zur Gütermenge (also der Dinge, die man für eben dieses Geld erwerben kann) hat.

Die Zentralbank druckt Geld und die Wirtschaft stagniert. Folge: Die vorhandene Menge Güter verteilt sich auf eine höhere Menge Geld, der Preis pro Gütereinheit wird steigen (Inflation)! Die Wirtschaft wächst aber die Zentralbank hält die Geldmenge stabil. Folge: Die vorhandene Menge Geld verteilt sich auf eine höhere Menge Güter, der Preis pro Gütereinheit wird fallen (Deflation)! Wenn die Preise steigen, muss ich in meinem Hamsterrad schneller laufen oder eine Gehaltserhöhung bekommen, um meinen Lebensstandard zu halten. Ich gebe mein Geld schneller aus, damit ich nicht morgen weniger dafür bekomme als heute!
Wenn die Preise fallen, muss ich zusehen, meine Geld beisammen zu halten, denn morgen schon wird das gewünschte Produkt billiger sein als heute. Ich horte Geld!

Da diese Rechnung sehr einfach ist und jeder sie nachvollziehen kann, hat man sich zur Verschleierung den sogenannten „Verbraucherpreisindex“ ausgedacht. Diesem wird ein ständig anzupassender virtueller Warenkorb von Gütern und Dienstleistungen zugrunde gelegt, an dem der Kaufkraftverlust bemessen wird. Nun ist hoffentlich jedem klar, dass dieser Warenkorb nicht den Bedürfnissen der Objektivität sondern denen angepasst, die uns glauben machen sollen, dass der Preisanstieg gar nicht so schlimm ist

Das Nahrungsangebot

Die Tendenz der Auswahl von Nahrungsmitteln geht in Richtung höherwertiger Nahrung, die unbelastet von Schadstoffen ist, nicht mit Geschmacksverstärkern oder künstlichen Aromen versehen wurde und vor allem nicht gentechnisch verändert wurde. Dieses gilt allerdings nicht für die Masse der Bevölkerung, die noch fest daran glaubt, dass „Bio“ auf einem Diskounter-Produkt eben dem entspricht.
Nahrung in unverfälschter und hoher Qualität wird zunehmend teurer werden, je mehr Menschen wert auf sie legen. Denn die Produktion ohne Kunstdünger, Pestizide und „optimierte“ Sorten ist nicht so ertragreich und nicht so effizient einzufahren bzw. arbeitsintensiver. Es gehört politischer Wille dazu, eine Agrarlandschaft hin zu natürlichen Methoden weg von industrieller Produktion zu führen, um einen günstigen Zugang zu solchen Nahrungsmitteln für alle zu schaffen. Dieser Wille ist noch nicht deutlich zutage getreten. Als Konsequenz können Sie mit höheren Preisen abgezinst auf den heutigen Tag rechnen, wenn Sie dereinst in den Ruhestand treten. Planen Sie also mehr Geld für Nahrungsmittel ein, als Sie heute dafür ausgeben – Sie werden es brauchen. Oder steigen Sie sukzessive auf Selbstversorgung um! Bringen Sie Ihre Kinder und Kindeskinder dazu, sich für diese Form der Unabhängigkeit zu begeistern, und Sie selbst werden davon profitieren!

Der Wohnstandard

Wenn Sie unter heutigen bedingungen 1.500,- EUR Rente zur Verfügung hätten, was könnten Sie sich leisten? Damit kann man leben. Viel mehr nicht. Ihre Rente muss in 30 Jahren ungleich höher sein, wie man an der Preisentwicklung deutlich erkennen kann! Mit den Mieten wird das nicht anders sein. Es sei, denn wir haben sinkende Bevölkerungszahlen zu fürchten. Diese Entwicklung ist bei der gebildeten Bevölkerung klar zu sehen, wird aber durch Zuwanderung meist ausgeglichen, da unser Wohlstand im Vergleich zu anderen Ländern immer noch hoch ist. Es gibt aber noch weitere Bedingungen zu bedenken, wie Begehbarkeit (Treppen, Lift, Rollstuhlrampen, Breite der Türen), Erreichbarkeit von Versorgungseinrichtungen mit Nahrung und Wasser, Sicherstellung der ärztlichen Versorgung (wie erreiche ich meinen Arzt?)

Familienumfeld und Freunde

Heute fahren Sie möglicherweise mit dem Auto zu Ihren Bekannten und Verwandten, weil Sie es so gewohnt sind und weil Sie heute dazu in der Lage sind. Morgen, in 10 oder in 30 Jahren sieht die Welt ganz aners aus. Wer weiß schon, ob man dann gewisse Entfernungen noch überbrücken kann und darf. Wer weiß, wie teuer eine Alternative zum Auto wäre und wie umständlich die Nutzung? Sie müssen also zumindest darüber nachdenken, wie Sie entweder Ihre Mobilität in der Zukunft sicherstellen können oder ob sich eine räumliche Annäherung zum jeweiligen Personenkreis anbietet.
„Meine Kinder kommen dann zu mir“ mag mancher da sagen. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt und Kinder und Enkel führen vielleicht bald ein eigenes Leben fern von den eigenen Wurzeln – also Ihnen!

Umweltbedingungen

Wir müssen hier verschiene Faktoren berücksichtigen:
1. Luftqualität (haben Sie Asthma, ist eine Fabrik oder ein Kraftwerk in der Nähe, wird gerade das letzte Stückchen Wald für ein Gewerbegebiet geopfert?)
2. Wasserqualität (wie sicher ist die Qualität Ihres Brunnenwassers oder des örtlichen Versorgers?)
3. Bodenqualität (Sie betreiben Selbstversorgung?)
4. Lärm (Sie wollen im Alter Ihre Ruhe haben und nebenan wird bald ein neuer Busbahnhof/Bahnhof/Flughafen/Containerhafen oder eine Umgehungsstraße gebaut?)
Für alle Einflüsse die Sie in Zukunft vermeiden wollen, müssen Sie einen Plan B haben und die Mittel, diesen zu finanzieren.